Material: Email, Steine & Schmuck
Galalith
Kunsthorn aus Kasein und Formaldehyd, 1897 patentiert, verwendet für Knöpfe, Kämme, Schreibgeräte und Schmuck des Art déco.
Galalith, auch Kunsthorn oder Milchstein genannt, ist ein Kunststoff aus Kasein, dem Eiweiß der Milch, das mit Formaldehyd gehärtet wird. Wilhelm Krische und Adolf Spitteler ließen das Verfahren 1897 patentieren. Galalith lässt sich färben, drehen, schneiden und polieren und imitiert Horn, Elfenbein, Schildpatt und Halbedelsteine. Knöpfe, Kämme, Haarschmuck, Schreibgeräte, Stricknadeln, Klaviertasten und Schmuck des Art déco wurden daraus gefertigt, besonders in Frankreich, Deutschland und Österreich.
Galalith ist hart, gut polierbar und meist kräftig gefärbt. Beim Reiben oder unter heißem Wasser entsteht ein Geruch nach verbrannter Milch. Das Material ist feuchtigkeitsempfindlich und kann sich verziehen oder rissig werden. Galalith wurde in Platten oder Stäben hergestellt und anschließend bearbeitet, deshalb fehlen Gussnähte; Schnittkanten und Bohrungen sind sauber. Celluloid riecht nach Kampfer, Bakelit phenolartig. Unter der Lupe zeigen marmorierte Platten feine, fließende Farbschlieren.
Schmuck des Art déco aus Galalith, besonders signierte französische Stücke, ist gesucht. Knöpfe und Kämme haben einen eigenen Sammlermarkt. Risse, Verzug und Verfärbungen durch Feuchtigkeit mindern den Wert. Oft wird Galalith mit Bakelit verwechselt; der Geruchstest gibt einen ersten Hinweis.
So prüfen Sie es
- harte, kräftig gefärbte Oberfläche
- Geruch nach verbrannter Milch
- keine Gussnähte
- Rissbildung durch Feuchtigkeit
- Imitation von Horn und Schildpatt
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