Material: Email, Steine & Schmuck
Bakelit
Erster vollsynthetischer Kunststoff, 1907 von Leo Baekeland patentiert, verwendet für Radios, Telefone, Schalter und farbigen Schmuck.
Bakelit ist ein Phenol-Formaldehyd-Harz, das Leo Baekeland 1907 patentieren ließ. Der hitzebeständige, elektrisch isolierende Kunststoff eignete sich für Gehäuse von Radios, Telefonen, Kameras und Lichtschaltern ebenso wie für Griffe, Aschenbecher und Dosen. In den 1920er- bis 1940er-Jahren entstand aus gegossenem Phenolharz farbiger Schmuck: Armreifen, Broschen und Ketten in Gelb, Rot, Grün und Schwarz, oft geschnitzt. Im deutschsprachigen Raum hießen ähnliche gepresste Werkstoffe auch Pressstoff.
Bakelit ist schwer für einen Kunststoff, klingt beim Aneinanderschlagen dumpf klackend und lässt sich nicht verbiegen. Unter heißem Wasser oder beim kräftigen Reiben entsteht ein typischer phenolartiger Geruch. Ein Tuch mit Metallpolitur färbt sich bei Bakelit oft gelblich. Ältere Oberflächen sind nachgedunkelt; eine ursprünglich weiße Farbe wirkt heute gelb. Gussnähte fehlen bei geschnitztem Schmuck. Moderne Imitationen aus Polyester, im Handel Fakelite genannt, reagieren auf diese Tests nicht.
Geschnitzte Armreifen, Broschen mit figürlichen Motiven und Schmuck in seltenen Farben sind gesucht, ebenso Radios und Telefone im Bakelitgehäuse. Risse und Brandflecken mindern den Wert. Wegen der Nachfrage existieren zahlreiche Imitationen, die nur mit Prüfung zu erkennen sind. Gepresste Gehäuseteile tragen oft eingeprägte Herstellermarken und Modellnummern.
So prüfen Sie es
- schwerer, harter Kunststoff
- dumpfes Klacken
- phenolartiger Geruch bei Wärme
- Gelbfärbung beim Polieren
- nachgedunkelte Farben
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