Manufaktur: Glas & Kristall
Établissements Gallé
Nancy (Lothringen), um 1873–1936
Glas-, Keramik- und Möbelwerkstätten von Émile Gallé in Nancy; nach seinem Tod 1904 als Établissements Gallé bis in die 1930er-Jahre fortgeführt.
Émile Gallé (1846–1904) übernahm die Fayence- und Glasfirma seines Vaters Charles Gallé in Nancy und baute sie zu einem Betrieb mit eigener Glas-, Keramik- und Möbelwerkstatt aus. Auf den Pariser Weltausstellungen 1878, 1889 und 1900 erregten seine Gläser Aufsehen; 1901 wurde er erster Präsident der École de Nancy. Nach seinem Tod führten Witwe Henriette und Schwiegersohn Paul Perdrizet das Unternehmen als Établissements Gallé fort, bis die Weltwirtschaftskrise die Fertigung beendete.
Gallé selbst schuf Einzelstücke mit Einschlüssen, Marqueterie de verre, Gravur und Inschriften aus der Dichtung, dazu Möbel mit Holzintarsien von Pflanzen und Insekten. Parallel lief eine Serienproduktion geätzter Überfanggläser mit Landschaften, Blüten und Blättern, die nach seinem Tod stark ausgeweitet wurde. In den 1920er-Jahren kamen geblasene Vasen in Formen hinzu, bei denen das Relief durch Einblasen in Modeln entstand, etwa mit Elefanten, Pflaumen oder Hängeblüten.
Signaturen variieren stark: gravierte Schreibschrift auf Einzelstücken, erhabenes „Gallé“ auf Serien-Kameoglas. Zwischen 1904 und etwa 1906 kommt ein kleiner Stern vor dem Namen vor. Gallé-Imitationen aus Rumänien und Asien tragen oft den Zusatz „Tip“, der sie als Nachahmung kennzeichnet; viele Fälschungen haben ihn jedoch verloren oder weggeschliffen. Prüfkriterien sind Tiefe und Abstufung der Ätzung, Farbfolge der Schichten, Innenseite und Form der Signatur im Vergleich mit dokumentierten Stücken.
Entwerfer & Personen
- Émile Gallé
- Charles Gallé
- Paul Perdrizet
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Ebenfalls: Glas & Kristall
- Baccaratseit 1764
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Bimini1923–1938
- Carl Goldbergspätes 19. Jahrhundert bis 1940er-Jahre
- Cristal LaliqueGlas seit etwa 1908
- Cristallerie Daumseit 1878
- Cristallerie Schneider1913 bis um 1981
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Fachschule Haidaseit 1870
- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fritz Heckert1866–1923, danach Jo-He-Ky
- Graf Harrach'sche Glashütteseit 1712
- Holmegaardseit 1825
- Iittalaseit 1881
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- Johann Oertel & Co.seit 1869
- Josephinenhütteseit 1842
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- J. & L. Lobmeyrseit 1823
- Ludwig Moser & Söhneseit 1857
- Meyr's Neffe19. Jahrhundert bis 1922
- Nachtmannseit 1834
- Orreforsseit 1898
- Pallme-Königum 1890 bis um 1930
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