Manufaktur: Glas & Kristall
Cristallerie Daum
Nancy (Lothringen), seit 1878
Glashütte in Nancy, seit 1878 im Besitz der Familie Daum; Überfangglas der École de Nancy, später Art-déco-Ätzglas und Pâte de cristal.
Der Notar Jean Daum übernahm 1878 als Gläubiger eine Glashütte in Nancy. Seine Söhne Auguste und Antonin Daum führten sie ab den späten 1880er-Jahren und begannen 1891 mit Kunstglas. Neben Émile Gallé wurde Daum zur wichtigsten Glasfirma der École de Nancy und erhielt auf der Pariser Weltausstellung 1900 einen Grand Prix. Das Unternehmen blieb über Generationen in Familienhand und produziert bis heute in Nancy, inzwischen vor allem Kristall und Pâte de cristal.
Um 1900 entstanden mehrschichtige, geätzte und geschnittene Überfangvasen mit Landschaften, Pflanzen und Insekten, Gläser mit gehämmerter Oberfläche (Martelé), Emailmalerei und eingeschmolzenen Zwischenschichten. Ab 1906 arbeitete Amalric Walter für Daum in Pâte de verre. In den 1920er-Jahren folgten dickwandige, tief geätzte Vasen in Rauch-, Grün- und Bernsteintönen mit geometrischem Dekor; nach 1945 farbloses Kristall und ab 1968 wiederbelebte Pâte de cristal nach Entwürfen zeitgenössischer Künstler.
Die meisten Stücke sind signiert, um 1900 meist „Daum Nancy“ mit dem Lothringer Kreuz, als Gravur, in Email, vergoldet oder im Relief. Nach 1945 steht „Daum France“ in gravierter Schrift. Kameogläser im Stil von Daum und Gallé werden seit Jahrzehnten in Osteuropa und Asien nachgeahmt; ihre Ätzung wirkt flach, die Farbübergänge gleichförmig, die Signatur ist oft zu groß oder ungelenk. Echtheit lässt sich durch Vergleich mit dokumentierten Dekoren und Formen prüfen.
Entwerfer & Personen
- Jean Daum
- Auguste Daum
- Antonin Daum
- Amalric Walter
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- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fritz Heckert1866–1923, danach Jo-He-Ky
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- Johann Lötz Witwe1851–1947
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