Louis-seize im 7. Bezirk, 1070 Wien
Louis-seize in Neubau: höfische Möbel im Hofmobiliendepot
Das Hofmobiliendepot in der Andreasgasse verwahrt Möbel des Wiener Hofes ab dem 18. Jahrhundert – Vergleichsmaterial für Louis-seize-Stücke und ihre Nachbauten um 1900.
Schon vor 1774 wandten sich Pariser Ebenisten vom Rokoko ab; über Kupferstichvorlagen und den Austausch zwischen den Höfen, verstärkt durch die habsburgisch-französische Heirat von 1770, kam der Stil nach Wien. Im Möbelmuseum Wien, dem früheren Hofmobiliendepot, stehen höfische Möbel ab dem 18. Jahrhundert, an denen sich die Wiener Übernahme der Pariser Formen ablesen lässt. Um 1900 wurde der Stil vielfach neu aufgelegt; in Gründerzeitwohnungen an Neubaugasse, Kirchengasse und Zieglergasse können solche Salongarnituren bis heute stehen.
Kannelierte, sich verjüngende Beine, Rosettenwürfel an den Ecken, Perlstäbe und Blumenkörbe kennzeichnen den Stil. Pariser Möbel vor 1791 tragen oft eingeschlagene Meisterstempel der Zunft, die eine genaue Zuordnung erlauben. Wiener Arbeiten des 18. Jahrhunderts sind meist ungestempelt und werden über Konstruktion und Holz bestimmt. Das Gros im Handel stammt aus der Zeit um 1900: Salongarnituren, Vitrinen und Kommoden mit maschinell gefrästen Ornamenten und Messingapplikationen aus Serienguss, die wir als eigene Gruppe bewerten.
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