Material: Email, Steine & Schmuck
Plique-à-jour
Fensteremail ohne Rückwand, durchscheinend wie Glasmalerei, vor allem im Jugendstilschmuck und in norwegischen und russischen Silberarbeiten.
Beim Plique-à-jour füllt der Emailleur durchbrochene Metallzellen mit transparentem Email, ohne dass ein Grund dahinterliegt. Während des Brandes hält eine Unterlage aus Kupfer oder Glimmer das Email, die anschließend entfernt wird. Das Ergebnis wirkt im Gegenlicht wie ein Kirchenfenster. Um 1900 setzten René Lalique und andere französische Juweliere die Technik für Libellen, Blüten und Anhänger ein; norwegische Silberschmiede wie David Andersen und russische Werkstätten fertigten Löffel und Schalen.
Plique-à-jour zeigt sich im Gegenlicht farbig durchscheinend, ohne Metallrückwand. Die Stege sind fein, die Emailfelder dünn und empfindlich. Unter der Lupe sieht man Bläschen und leichte Unebenheiten. Schon geringe Biegung kann Sprünge verursachen. Imitationen aus Kunstharz wirken weicher, glänzender und sind leichter. Norwegische Löffel tragen Silberpunzen mit „925 S“ oder „830 S“ und Herstellernamen. Bei Schmuck sitzt das Email meist in Flügeln und Blütenblättern, wo das Licht durchscheinen kann.
Jugendstilschmuck mit Plique-à-jour bekannter Juweliere ist gesucht und selten unbeschädigt. Sprünge und Ausbrüche mindern den Wert stark, Reparaturen sind aufwendig. Norwegische und russische Silberarbeiten mit Fensteremail haben eigene Sammler. Ergänzungen aus Kunstharz fallen unter UV-Licht und durch abweichenden Glanz auf. Für eine Ersteinschätzung per Foto hilft Gegenlicht.
So prüfen Sie es
- durchscheinend ohne Rückwand
- feine Metallstege
- Bläschen im Email
- Sprünge bei Biegung
- Punzen „925 S“ oder „830 S“ bei norwegischem Silber
Plique-à-jour verkaufen: in allen 23 Bezirken
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