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Künstler: Historismus

Eduard Charlemont

Maler, 1848–1906, Wien – Paris

Makart-Schüler aus einer Wiener Malerfamilie, der Kostümszenen, Orientmotive und dekorative Arbeiten schuf.

Eduard Charlemont wurde 1848 in Wien als Sohn des Miniaturmalers Matthias Adolf Charlemont geboren. Er studierte an der Wiener Akademie und arbeitete im Atelier Hans Makarts, dessen Dekorationsstil ihn prägte. Längere Aufenthalte in Paris brachten ihn mit dem französischen Salon in Kontakt. Seine Brüder Hugo und Theodor Charlemont wurden Maler beziehungsweise Bildhauer. Eduard starb 1906 in Wien. Er war der ältere Bruder Hugos.

Charlemont malte Kostümszenen aus Renaissance und Rokoko, Musiker, Gelehrte und Kardinäle in Interieurs, Haremswächter und andere Orientmotive sowie dekorative Wand- und Deckenbilder für Wiener Bauten der Ringstraßenzeit. Die Stofflichkeit von Brokat, Pelz und Metall ist präzise gemalt, die Farben satt. Daneben entstanden Bildnisse und Genrestudien. Er arbeitete in Öl auf Holz und Leinwand, in Formaten vom Kabinettbild bis zum großen Dekorationsbild, mit warmem Helldunkel.

Charlemont signierte mit „E. Charlemont“ und häufig mit Jahreszahl und Ort, etwa „Paris“. Verwechslungen mit Hugo Charlemont entstehen bei abgekürzten Signaturen; Gattung und Malweise helfen bei der Unterscheidung. Im Handel erscheinen Genrebilder in mittleren Formaten und Orientszenen. Asphaltpigment kann wie bei Makart zu Schwundrissen führen. Ausstellungsetiketten aus Paris sind gelegentlich vorhanden.

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