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Künstler: Historismus

Eduard von Engerth

Historienmaler, Galeriedirektor, 1818–1897, Pless – Rom – Prag – Wien

Schlesischer Historienmaler, Akademieprofessor und ab 1871 Direktor der kaiserlichen Gemäldegalerie im Belvedere.

Eduard Engerth wurde 1818 in Pless in Oberschlesien geboren und studierte an der Wiener Akademie. Ein Stipendium führte ihn nach Rom, wo er mehrere Jahre arbeitete. Danach leitete er die Akademie in Prag. 1865 wurde er Professor für Historienmalerei an der Wiener Akademie und 1871 Direktor der kaiserlichen Gemäldegalerie im Belvedere. Er starb 1897 am Semmering. Er bildete an der Akademie zahlreiche Historienmaler aus.

Engerth malte Historienbilder aus der antiken und habsburgischen Geschichte, religiöse Bilder, Bildnisse und Wandbilder für Ringstraßenbauten. Seine Kompositionen sind klar und akademisch, die Figuren monumental, die Farben gedämpft. Als Galeriedirektor verfasste er ein mehrbändiges beschreibendes Verzeichnis der Gemälde der kaiserlichen Sammlungen, das bis heute in der Provenienzforschung benutzt wird. Er arbeitete in Öl auf Leinwand, oft in großen Formaten für öffentliche Auftraggeber.

Engerth ist im Handel selten; Ölskizzen und Entwürfe für Wandbilder kommen vor. Für die Provenienz von Altmeistergemälden ist sein Galerieverzeichnis wichtig, weil es Bestände und Zuschreibungen des 19. Jahrhunderts dokumentiert. Signaturen lauten „E. Engerth“. Vergleiche mit Werken im Belvedere und in der Akademie stützen Zuschreibungen. Rückseitige Ausstellungsetiketten sind gelegentlich erhalten.

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