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Josephinischer Stil im 2. Bezirk, 1020 Wien

Josephinischer Stil in der Leopoldstadt: Lusthaus und Augartenportal

Isidore Canevale entwarf das Augartenportal (1775) und das Lusthaus am Ende der Hauptallee (1781–1783) – Bauten der Jahre, in denen Joseph II. Prater und Augarten öffnete.

Joseph II. öffnete 1766 den Prater und 1775 den Augarten für die Allgemeinheit. Isidore Canevale gab dem Augarten im selben Jahr sein Portal mit der Inschrift, die den Park „allen Menschen“ widmet, und errichtete 1781–1783 das Lusthaus am Ende der Prater-Hauptallee, einen achteckigen Pavillon. Beide Bauten zeigen die schlichte, zum Klassizismus neigende Haltung der josephinischen Jahre. Im Augartenpalais arbeitet seit 1923 die Porzellanmanufaktur Augarten, ihr Museum zeigt Wiener Porzellan seit 1718.

Die Wohnkultur jener Jahre war bürgerlich und sparsam: Nussholzkommoden und Schreibschränke mit Bandintarsien, gerade Beine, schlichte Messingbeschläge, Silber ohne Rocaille. Aus der Alt-Wiener Manufaktur stammt Porzellan dieser Zeit mit Bindenschild und eingepresster Jahreszahl, das Porzellanmuseum im Augarten zeigt Vergleichsstücke. Josephinische Möbel unterscheiden sich vom späteren Biedermeier durch strengere Proportionen und Intarsienbänder. In Erbstücken großbürgerlicher Haushalte der Praterstraße taucht solches Porzellan regelmäßig auf.

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