Material: Glas
Mundgeblasenes Glas
Mit der Glasmacherpfeife von Hand geformtes Glas, erkennbar an Abriss, Schlieren, Bläschen und kleinen Unregelmäßigkeiten.
Beim Mundblasen nimmt der Glasmacher mit der Pfeife einen Posten flüssigen Glases auf, bläst ihn auf und formt ihn frei oder in einer Form. Für die Bearbeitung von Rand und Mündung wird das Gefäß am Boden an ein Hefteisen geheftet und später abgeschlagen; zurück bleibt der Abriss. Bis ins 20. Jahrhundert entstand fast alles Hohlglas so. Ab dem frühen 20. Jahrhundert übernahmen Maschinen die Massenproduktion von Flaschen und Trinkgläsern, die Handarbeit blieb für Kunstglas und feine Service.
Der Abriss zeigt sich als raue oder ausgeschliffene, runde Stelle am Boden. Kleine Luftbläschen, Schlieren und leichte Asymmetrien sind typisch. Glas, das in drehenden Formen geblasen wurde, zeigt keine Nähte, Glas aus zweiteiligen Formen feine Nahtlinien. Maschinengläser sind völlig gleichmäßig und tragen oft Nummern im Boden. Der Rand ist bei mundgeblasenen Gläsern meist geschliffen oder verschmolzen und leicht unregelmäßig in der Stärke.
Mundgeblasen allein begründet keinen hohen Wert, ist aber Voraussetzung für Kunstglas und historische Gläser. Für die Bewertung zählen Hersteller, Entwurf, Veredelung und Zustand. Ein ausgeschliffener Abriss deutet auf sorgfältige Nacharbeit, ein rauer Abriss auf einfachere Ware oder frühe Herstellung. Auch einfache mundgeblasene Flaschen des 19. Jahrhunderts haben Sammler.
So prüfen Sie es
- Abriss am Boden
- Luftbläschen und Schlieren
- leichte Asymmetrien
- keine Formnähte bei freier Formung
- geschliffener oder verschmolzener Rand
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