Material: Glas
Fadenglas
Glas mit eingeschmolzenen weißen oder farbigen Glasfäden, in Venedig seit dem 16. Jahrhundert als Filigrana gefertigt.
Fadenglas entsteht, wenn Glasstäbe mit eingeschlossenen weißen oder farbigen Fäden nebeneinandergelegt, mit klarem Glas aufgenommen und zu einem Gefäß geblasen werden. Venezianische Hütten auf Murano entwickelten im 16. Jahrhundert die Filigrana mit Varianten wie vetro a fili mit geraden Fäden, vetro a retorti mit gedrehten Fäden und vetro a reticello mit Netzmustern und eingeschlossenen Luftbläschen. Im 19. Jahrhundert belebten Salviati und andere Hütten die Technik neu.
Die Fäden liegen im Glas, nicht auf der Oberfläche, und sind beim Darüberstreichen nicht fühlbar. Bei Reticello kreuzen sich zwei Fadenlagen und schließen in jedem Feld ein Luftbläschen ein. Gedrehte Fäden zeigen Spiralen, deren Regelmäßigkeit die Qualität verrät. Aufgelegte Fäden, wie bei Fadenauflagen deutscher Waldgläser, sitzen dagegen erhaben auf der Oberfläche. Bemalte Imitationen zeigen unter der Lupe Pinselstriche. Gute Arbeiten zeigen gleichmäßige Abstände der Fäden über die ganze Wandung.
Venezianisches Fadenglas des 16. und 17. Jahrhunderts ist museal und selten. Häufiger sind Arbeiten des 19. und 20. Jahrhunderts aus Murano, deren Wert von Feinheit und Hersteller abhängt. Souvenirglas aus Murano der Nachkriegszeit hat geringen Wert, auch wenn es die alten Muster wiederholt.
So prüfen Sie es
- Fäden im Glas, nicht fühlbar
- Netzmuster mit Luftbläschen bei Reticello
- gedrehte Spiralfäden
- Murano als Herkunft
- aufgelegte Fäden sitzen erhaben
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