Manufaktur: Glas & Kristall
Wilhelm Kralik Sohn
Eleonorenhain (Lenora), Böhmerwald, ab 1881
Glashütte in Eleonorenhain im Böhmerwald; irisierendes Jugendstilglas, das häufig Loetz zugeschrieben wird.
Wilhelm Kralik von Meyrswalden leitete im 19. Jahrhundert die Hütten von Meyr's Neffe im Böhmerwald und baute sie zu einem der größten Glasbetriebe der Monarchie aus. Nach seinem Tod teilten die Söhne den Besitz; die Hütte in Eleonorenhain firmierte ab 1881 als Wilhelm Kralik Sohn. Sie erzeugte Gebrauchs-, Luster- und Ziergläser in großen Mengen, vieles für Grossisten in Wien, Deutschland und Übersee.
Um 1900 entstanden irisierende Vasen mit eingeschmolzenen, gezogenen Fadenmustern, Wellenbändern und Tupfen, dazu Überfanggläser mit geätzten Blütendekoren und Ziergefäße in Zinn- oder Messingmontierung. Beliebt waren gedrungene Formen mit eingedrückten Wandungen, gekniffene Ränder und gezogene Hälse. Ein Teil der Produktion bestand aus Lampenschirmen und Glas für Beleuchtungskörper, das an Lusterhersteller ging. Die Dekore wurden in mehreren Farbstellungen gefertigt, sodass dieselbe Form in Grün, Blau, Bernstein oder Rubin begegnet.
Kralik-Gläser tragen so gut wie nie eine Signatur, und Papieretiketten haben sich selten erhalten. Ältere Zuschreibungen an Loetz werden daher immer wieder korrigiert. Hinweise geben die Glasfarbe im Durchlicht, die Ausführung des Abrisses und Formen, die in Vorlagen der Hütte belegt sind. Moderne Nachahmungen tragen oft eine gefälschte Loetz-Signatur, was die Unterscheidung zusätzlich erschwert. Ein Teil der Farbgläser enthält Uran und fluoresziert unter UV-Licht, was allerdings für viele böhmische Hütten gilt.
Entwerfer & Personen
- Wilhelm Kralik von Meyrswalden
- Therese Trethan
Wilhelm Kralik Sohn verkaufen: in allen 23 Bezirken
Wir kommen zur Besichtigung in jeden Bezirk.
Ebenfalls: Glas & Kristall
- Baccaratseit 1764
- Barovier & TosoFamilie Barovier seit dem Mittelalter, Firmenname seit 1942
- Bimini1923–1938
- Carl Goldbergspätes 19. Jahrhundert bis 1940er-Jahre
- Cristal LaliqueGlas seit etwa 1908
- Cristallerie Daumseit 1878
- Cristallerie Schneider1913 bis um 1981
- E. Bakalowits & Söhne19. Jahrhundert bis 20. Jahrhundert
- Établissements Galléum 1873–1936
- Fachschule Haidaseit 1870
- Fachschule Steinschönauseit 1856
- Fritz Heckert1866–1923, danach Jo-He-Ky
- Graf Harrach'sche Glashütteseit 1712
- Holmegaardseit 1825
- Iittalaseit 1881
- Johann Lötz Witwe1851–1947
- Johann Oertel & Co.seit 1869
- Josephinenhütteseit 1842
- Kosta BodaKosta seit 1742, Kosta Boda seit 1976
- J. & L. Lobmeyrseit 1823
- Ludwig Moser & Söhneseit 1857
- Meyr's Neffe19. Jahrhundert bis 1922
- Nachtmannseit 1834
- Orreforsseit 1898
Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.
Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.
Lieber schriftlich? Zum Anfrageformular