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Manufaktur: Glas & Kristall

Val Saint Lambert

Seraing bei Lüttich (Belgien), seit 1826

Belgische Kristallmanufaktur in einer ehemaligen Zisterzienserabtei bei Lüttich, seit 1826; Jugendstil-Kameoglas und Art-déco-Kristall.

Die Cristalleries du Val Saint-Lambert entstanden 1826 in den Gebäuden einer aufgelassenen Zisterzienserabtei in Seraing bei Lüttich. Im späten 19. Jahrhundert beschäftigte die Firma mehrere tausend Arbeiter und gehörte zu den größten Kristallerzeugern Europas. Sie lieferte Tafelglas, Luster und Ziergläser in viele Länder. Nach wirtschaftlichen Krisen im späten 20. Jahrhundert wurde der Betrieb mehrfach umstrukturiert und arbeitet in kleinerem Umfang weiter.

Um 1900 entstanden geätzte Kameogläser im Stil der École de Nancy; Léon Ledru entwarf Ziergläser und Service, und die Brüder Müller, später Gründer von Müller Frères, arbeiteten kurzzeitig für die Hütte. In den 1920er- und 1930er-Jahren prägten Joseph Simon und Charles Graffart das Programm mit dickwandigen, geschliffenen Vasen und Schalen in farblosem und farbig überfangenem Kristall. Dazu kamen Trinkservice, Luster, Aschenbecher und Flakons.

Viele Stücke tragen eine geätzte runde Marke „Val St Lambert“ mit „Belgique“, ältere auch gravierte Schriftzüge oder Papieretiketten. Jugendstilgläser ohne Marke werden über Musterbücher und Dekore bestimmt. Kristall der 1950er- bis 1970er-Jahre ist im Handel häufig; seltener sind signierte Arbeiten der Entwerfer der Zwischenkriegszeit. Typisch für Val Saint Lambert sind kräftige Überfangfarben wie Rubin, Kobalt und Grün auf farblosem Grund.

Entwerfer & Personen

  • Léon Ledru
  • Joseph Simon
  • Charles Graffart

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