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Richard Gerstl im 9. Bezirk, 1090 Wien

Richard Gerstl am Alsergrund: das Atelier in der Liechtensteinstraße

In seinem Atelier in der Liechtensteinstraße starb Richard Gerstl 1908 mit 25 Jahren. Sein Werk wurde erst 1931 bekannt und ist im Handel sehr selten.

Die Liechtensteinstraße verbindet das Gartenpalais Liechtenstein mit dem Universitätsviertel, gesäumt von großbürgerlichen Gründerzeithäusern, in denen Ärzte, Juristen und Kaufleute wohnten. Hier hatte Richard Gerstl sein Atelier, hier nahm er sich am 4. November 1908 das Leben. Ab 1906 verkehrte der junge Maler mit Arnold Schönberg und malte dessen Familie; die Affäre mit Mathilde Schönberg endete im Sommer 1908. Gerstl hatte die Akademie besucht, im Sommer bei Simon Hollósy in Nagybánya gelernt und die Klasse Heinrich Leflers verlassen.

Gerstls Werk blieb im Familiennachlass verborgen und wurde erst 1931 öffentlich bekannt; der Bestand ist klein, Belvedere und Leopold Museum bewahren zentrale Bilder. Ein Angebot unter seinem Namen verlangt deshalb lückenlose Herkunft, Abgleich mit der Literatur und technische Untersuchung. Häufiger sind Grafik und Malerei des Expressionismus aus dem Umfeld Schönbergs und aus Sammlungen des Bildungsbürgertums am Alsergrund. Stammt ein Werk aus einer Sammlung, die bis 1938 jüdischen Eigentümern gehörte, recherchieren wir seine Herkunft, ehe wir einen Preis nennen.

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