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Künstler: Ringstraßen-Bildhauer

Rudolf Weyr

Bildhauer, Medailleur, 1847–1914, Wien – Wien

Bildhauer des Brahms-Denkmals am Karlsplatz (1908) und des Wandbrunnens „Die Macht zur See“ am Michaelertrakt (1895).

Rudolf Weyr studierte bei Franz Bauer und Josef Cesar, mit dem er zeitweise zusammenarbeitete; ab den 1880er Jahren arbeitete er selbständig. Mit Cesar schuf er 1872 die Preismedaillen der Wiener Weltausstellung 1873. An der Technischen Hochschule gehörte Oskar Marmorek zu seinen Hörern. Seine Wohnung lag zuletzt in der Landstraßer Hauptstraße. Weyr starb 1914 in Wien und wurde am Döblinger Friedhof begraben.

Weyr arbeitete für die großen Bauten der Ringstraße: Zwickelgruppen an den Fenstern des Burgtheaters (1888), Reliefs zu Grillparzers Dramen am Grillparzer-Denkmal im Volksgarten (1889, mit Carl Kundmann), Relieffiguren der Mäzene in der Kuppel des Kunsthistorischen Museums (1890) und die Giebelplastik der Hermesvilla (1884). Am Michaelertrakt der Hofburg schuf er den Wandbrunnen „Die Macht zur See“ (1895), im Resselpark das Brahms-Denkmal (1908), dazu Löwen an der Schemerlbrücke in Nussdorf und das Hans-Canon-Denkmal im Stadtpark (1905).

Weyrs Medaillen und Plaketten tragen seine Signatur und sind über Medaillenkataloge zu bestimmen; die Ausstellungsmedaillen von 1873 sind häufig und mit Prägestempel bezeichnet. Bauplastik aus Abbrüchen braucht eine Herkunftsangabe. Modelle aus Gips sind empfindlich; Bruchstellen und Ergänzungen sind zu dokumentieren. Zu den Grillparzer-Reliefs, die Szenen aus den Dramen zeigen, sind Studien in Museumsbesitz zu vergleichen.

Epochen & Stile

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