Orientalismus im 19. Bezirk, 1190 Wien
Orientalismus in Döbling: die Zacherlfabrik in der Nußwaldgasse
Hugo von Wiedenfeld gab der Zacherlfabrik in der Nußwaldgasse Anfang der 1890er-Jahre die Gestalt einer Moschee – Firmenarchitektur für Insektenpulver im Orientgeschmack.
Die Firma Zacherl verkaufte Insektenpulver aus getrockneten Chrysanthemenblüten. Für ihre Fabrik in der Nußwaldgasse ließ sie Hugo von Wiedenfeld Anfang der 1890er-Jahre einen Bau in Form einer Moschee mit Minarett und farbiger Fassade errichten. In Döbling steht der Bau zwischen Gründerzeitwohnungen und den Villen an der Döblinger Hauptstraße, nicht weit von Heiligenstadt und dem Karl-Marx-Hof. Die Familie ließ in der Inneren Stadt außerdem das Zacherlhaus von Jože Plečnik bauen.
Aus der Firmengeschichte stammen Blechdosen, Streudosen, Plakate und Emailschilder der Marke Zacherl, gesucht von Sammlern alter Werbemittel. Daneben kommen aus Döblinger Villen orientalistische Gemälde, Wiener Bronzen mit orientalischen Figuren, Teppiche und Messinggerät. Alte Blechdosen erkennt man an Blechdruck mit gealterter Lackschicht, gefalzten Kanten und Gebrauchsspuren; Repliken zeigen Rasterdruck und frische Kanten. Bei Villenauflösungen sichten wir Dachböden und Keller, wo Werbematerial oft lagert.
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