Orientalistische Gemälde
Szenen aus Kairo, Konstantinopel und Nordafrika von Wiener Malern in Wien, Paris und dem Orient.
Der Orientalismus führte Wiener Maler nach Ägypten, Palästina, Konstantinopel und Nordafrika. Leopold Carl Müller reiste ab 1873 mehrfach nach Ägypten und erhielt den Beinamen „Ägypten-Müller“, Hans Makart hielt sich 1875 und 1876 in Kairo auf. Ludwig Deutsch und Rudolf Ernst, beide in Wien geboren, ließen sich in Paris nieder und malten Palastwachen, Gelehrte, Moscheeinterieurs und Haremsszenen mit minutiös wiedergegebenen Fliesen und Textilien. Charles Wilda setzte das Thema bis um 1900 fort. Die Bilder fanden Käufer in Paris, London und Wien.
Orientalistische Bilder gehören zu den gesuchtesten Gattungen des 19. Jahrhunderts, Käufer kommen aus Europa und der arabischen Welt. Entscheidend sind Zuschreibung, Detailgenauigkeit und Motiv: Gelehrte, Palastwachen und Straßenszenen werden höher bewertet als stereotype Haremsbilder. Deutsch und Ernst wurden früh kopiert, Signaturen sind daher genau zu prüfen. Leinwandstempel Pariser Malbedarfshändler auf der Rückseite passen zu einer Entstehung in Paris. Kleinformate auf Holz entstanden oft als Studien vor Ort und zeigen eine freiere Malweise.
Woran man es erkennt
- Detailgenaue Architektur und Textilien
- Gelehrte und Palastwachen gefragt
- Pariser Leinwandstempel
- Kopien nach Deutsch und Ernst
- Internationale Nachfrage
Künstler & Entwerfer
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