Künstler: Orientalismus
Ludwig Deutsch
Orientmaler, 1855–1935, Wien – Paris
Wiener Orientmaler in Paris, bekannt für Palastwachen, Gelehrte und Gebetsszenen in minutiöser Detailmalerei.
Ludwig Deutsch wurde 1855 in Wien geboren und studierte an der Wiener Akademie. 1878 übersiedelte er nach Paris, wo er bis zu seinem Tod 1935 lebte; 1919 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an. Ab den 1880er-Jahren reiste er mehrfach nach Ägypten und sammelte Fotografien, Kostüme und Gegenstände als Vorlagen. Sein Freund Rudolf Ernst kam ebenfalls aus Wien nach Paris. Er blieb Paris treu.
Deutsch malte Palastwachen, Nubier mit Waffen, Gelehrte beim Lesen, Gebetsszenen, Schachspieler und Kaffeehäuser in Kairo. Architektur, Fliesen, Textilien und Waffen sind mit fotografischer Genauigkeit wiedergegeben, die Farben leuchtend, die Oberfläche glatt. Er malte meist auf Holz in mittleren Formaten, später auch größere Leinwände. Seine Bilder sind meist hochformatig und zeigen eine Einzelfigur vor reich verzierter Architektur, mit Licht auf Metall, Seide und Holzgittern.
Deutsch signierte mit „L. Deutsch“ und Jahreszahl, oft mit „Paris“. Wegen der Nachfrage nach Orientmalerei sind Fälschungen und überarbeitete Signaturen auf Bildern anderer Maler zu bedenken. Holztafeln tragen mitunter Stempel Pariser Künstlerbedarfshändler. Die Verwechslung mit Rudolf Ernst ist über Signatur und Motiv zu klären. Gutachten von Fachleuten für Orientmalerei sind üblich.
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