Material: Fotografie
Kollodium-Nassplatte
Fotografisches Verfahren von 1851, bei dem die Glasplatte nass belichtet und entwickelt wurde; Grundlage von Albuminabzug, Ambrotypie und Ferrotypie.
Frederick Scott Archer veröffentlichte 1851 das nasse Kollodiumverfahren. Eine Glasplatte wurde mit jodsalzhaltigem Kollodium übergossen, im Silbernitratbad lichtempfindlich gemacht und noch feucht belichtet und entwickelt; dafür blieben nur wenige Minuten. Fotografen unterwegs führten deshalb Dunkelkammerwagen oder -zelte mit, wie Roger Fenton 1855 im Krimkrieg.
Das Verfahren lieferte scharfe Glasnegative für Albuminabzüge und beherrschte die Fotografie etwa von 1855 bis 1880. Als unterbelichtetes Negativ vor dunklem Grund ergab es die Ambrotypie, auf schwarz lackiertem Eisenblech die Ferrotypie. Wiener Ateliers wie jenes von Ludwig Angerer arbeiteten mit Kollodiumplatten, bis die Gelatinetrockenplatte das Verfahren ablöste.
Originale Kollodiumplatten zeigen eine von Hand gegossene Schicht mit unregelmäßigen Rändern, Tropfspuren und einer freien Ecke, an der die Platte gehalten wurde; meist schützt ein Firnis die Schicht. Seit den 1990er-Jahren wird das Verfahren wieder künstlerisch genutzt. Neue Platten auf modernem Floatglas sind vollkommen eben und blasenfrei, historisches Glas zeigt dagegen oft Schlieren, Bläschen und leichte Welligkeit.
So prüfen Sie es
- handgegossene Schicht mit Tropfspuren
- freie Halteecke
- Schutzfirnis auf der Schicht
- historisches Glas mit Bläschen und Schlieren
- cremig-graue Bildwirkung
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