Material: Fotografie
Glasnegativ
Fotografisches Negativ auf Glas, vom nassen Kollodium der 1850er-Jahre bis zur Gelatinetrockenplatte, die bis ins 20. Jahrhundert in Gebrauch blieb.
Von den 1850er-Jahren bis ins 20. Jahrhundert war Glas der wichtigste Träger für fotografische Negative. Zunächst wurde die Platte mit Kollodium beschichtet und nass belichtet; ab den späten 1870er-Jahren setzten sich fabrikmäßig hergestellte Gelatinetrockenplatten durch, die sich lagern ließen. Ateliers, Amateure, Verlage und Behörden arbeiteten mit Formaten wie 9 × 12, 13 × 18 oder 18 × 24 cm, daneben mit Stereoplatten.
Glasnegative sind Unikate, von denen sich bis heute Abzüge herstellen lassen. Atelierbestände, Ortsansichten, Industrie- und Architekturaufnahmen dokumentieren oft Zustände, die sonst nirgends überliefert sind. Davon zu unterscheiden sind Glasdiapositive für die Projektion, die Laternbilder: Sie zeigen ein positives Bild und sind meist mit einem Deckglas verklebt.
Für die Bewertung zählen Motiv, Urheber, Zusammenhang des Bestands, Format und Erhaltung. Typische Schäden sind Bruch, abblätternde Schicht, Silberspiegel an den Rändern und Feuchtigkeitsflecken. Platten werden stehend in säurefreien Papierhüllen gelagert. Kollodiumplatten erkennt man an der von Hand gegossenen, ungleichmäßigen Schicht, Trockenplatten an gleichmäßiger Beschichtung und gerade geschnittenen Kanten.
So prüfen Sie es
- umgekehrte Tonwerte
- Schichtseite matt, Glasseite glänzend
- Silberspiegel an den Rändern
- handgegossene Ränder bei Kollodium
- Formate wie 9 × 12 oder 13 × 18 cm
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