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Künstler: Fotografie

Ludwig Angerer

Fotograf, Apotheker, 1827–1879, Malaczka – Wien

Wiener Hofphotograph ab 1860; brachte aus dem Krimkrieg Aufnahmen aus Bukarest mit und bot 1857 als Erster in Wien Visitkartenfotos an.

Ludwig Angerer studierte Pharmazie und Chemie, arbeitete in Pest und war ab 1854 Apotheker an der Garnisonsapotheke in Wien. Als Regimentsapotheker begleitete er ein Regiment in die Donaufürstentümer; die Papierfotografien, die er aus der Zeit des Krimkriegs aus Bukarest mitbrachte, erregten großes Aufsehen. 1858 gründete er mit Hugo von Strassern sein erstes Wiener Atelier, 1862 baute er ein großes Atelier im eigenen Haus. Mit Dekret vom 25. Dezember 1860 wurde er k. k. Hofphotograph. Er starb 1879 in Wien.

Angerer bot 1857 als Erster in Wien die Carte-de-visite-Fotografie an und porträtierte die Prominenz der Monarchie: Kaiser Franz Joseph, Kaiserin Elisabeth, Kronprinz Rudolf, Franz Grillparzer und Richard Wagner. Er fotografierte Stadtansichten, Genre- und Tierstudien. Sein Salon in der Theresianumgasse galt als Vorbild für spätere Ateliers. 1867 kam ein Filialatelier in der Stadt hinzu; ab 1872 führte er das Geschäft mit seinem Bruder Victor Angerer, dem er es 1873 übergab.

Visitkarten Angerers tragen auf der Rückseite oder am Karton den Atelieraufdruck mit Titel und Adresse; der Wechsel vom Namen „L. Angerer“ zu „L. & V. Angerer“ hilft bei der Datierung. Albuminabzüge sind lichtempfindlich und vergilben; Zustand und Kontrast bestimmen den Wert. Porträts der kaiserlichen Familie wurden vielfach nachgedruckt und von anderen Ateliers kopiert, Originalabzüge sind über Karton und Abzugsqualität zu erkennen.

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