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Material: Fotografie

Pigmentdruck

Bezeichnung für zwei Verfahren: den historischen Kohledruck mit Pigment in Gelatine und den modernen Tintenstrahldruck mit Pigmenttinten.

Der historische Pigmentdruck, auch Kohledruck, beruht auf einer Gelatineschicht mit Pigment, meist Ruß, die mit Dichromat lichtempfindlich gemacht wird. Alphonse Poitevin beschrieb das Prinzip 1855, Joseph Wilson Swan brachte 1864 das Pigmentpapier zur Marktreife. Die Abzüge sind sehr lichtbeständig und wurden für Kunstreproduktionen und Porträts genutzt. Heute bezeichnet Pigmentdruck oder Archival Pigment Print meist einen Tintenstrahldruck mit Pigmenttinten, das Standardverfahren zeitgenössischer Fotokunst.

Historische Kohledrucke zeigen ein leichtes Relief der Gelatine, sichtbar im Streiflicht, und tiefe, satte Schatten ohne Aussilbern. Die Farbe kann schwarz, braun oder rötlich sein. Moderne Pigmentdrucke zeigen unter der Lupe feinste Tintentröpfchen und liegen auf mattem oder glänzendem Fotopapier. Rückseiten moderner Drucke tragen Signatur, Auflage und Papierangabe. Offsetdrucke zeigen regelmäßige Raster. Historische Abzüge sind meist auf Karton montiert, Firmenstempel von Kunstverlagen weisen dort auf Reproduktionen hin.

Historische Kohledrucke bekannter Fotografen sind selten und gesucht, Reproduktionen nach Gemälden haben meist dekorativen Wert. Moderne Pigmentdrucke werden nach Künstler, Auflage und Zertifikat bewertet. Die Bezeichnung allein sagt nichts über das Alter; erst die Lupe und die Rückseite klären das Verfahren.

So prüfen Sie es

  • leichtes Gelatinerelief bei Kohledruck
  • satte Schatten ohne Aussilbern
  • Tintentröpfchen bei modernem Druck
  • Signatur und Auflage auf der Rückseite
  • Kartonmontage bei historischen Abzügen

Was ist es wert? Schicken Sie uns Fotos.

Ein paar Handyfotos reichen für eine erste Einschätzung: Gesamtansicht, Rückseite oder Unterseite, Signatur, Marken und Punzen. Wir melden uns meist am selben Werktag und kommen auf Wunsch zur kostenlosen Besichtigung in jeden Wiener Bezirk.