Künstler: Medaillenkunst
Richard Placht
Medailleur, Bildhauer, 1880–1962, Kratzau (Böhmen) – Wien
Ab 1916 Leiter der Graveurabteilung des Wiener Hauptmünzamts; Kursmünzen, Bildnis-, Sport- und Taufmedaillen.
Richard Placht besuchte die kunstgewerbliche Fachschule in Gablonz, studierte an der Prager Akademie bei Josef Václav Myslbek und schloss seine Studien in Wien bei Josef Tautenhayn ab. 1904 trat er in die Graveurabteilung des Wiener Hauptmünzamts ein, ab 1916 leitete er sie. 1909 wurde er Mitglied des Künstlerhauses, er erhielt den Dumba-Preis und gehörte dem Künstlerbund österreichischer Medailleure an. Zu seinem 80. Geburtstag 1960 zeigte das Kunsthistorische Museum eine Ausstellung. Er starb 1962 in Wien.
Placht schuf Kursmünzen für das Hauptmünzamt, Bildnismedaillen, Sportmedaillen, Bildnis- und Taufplaketten. 1928 entstand die Reliefplakette zur Fahnenweihe des Infanterieregiments Nr. 2 aus Eisenblech. Das Heeresgeschichtliche Museum besitzt 15 Prägemedaillen und Gussplaketten von ihm. Als Leiter der Graveurabteilung prägte er das Erscheinungsbild österreichischer Münzen der Ersten Republik mit. Seine Ausbildung verband die Gablonzer Schmuckindustrie mit der Prager und der Wiener Akademie.
Plachts Medaillen und Plaketten sind meist signiert und über Medaillenkataloge zu bestimmen. Taufplaketten wurden in größerer Zahl geprägt und tragen oft eingravierte Namen und Daten, was den Sammlerwert verändert. Kursmünzen sind nach numismatischen Kriterien zu bewerten. Eisenplaketten sind rostanfällig; Korrosion sollte fachgerecht gestoppt werden. Das Heeresgeschichtliche Museum bietet gesicherte Vergleichsstücke.
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