Künstler: Medaillenkunst
Anton Scharff
Medailleur, Kammermedailleur, 1845–1903, Wien – Brunn am Gebirge
Kammermedailleur ab 1882 und Direktor der Graveurakademie; schuf Münzen der Kronenwährung (1892) und Medaillen für London, München und Wien.
Anton Scharff, Sohn des Medailleurs und Steinschneiders Johann Michael Scharff, studierte ab 1860 an der Wiener Akademie bei Carl Radnitzky und ab 1862 an der Graveurakademie im Hauptmünzamt bei Joseph Daniel Böhm. 1866 wurde er Graveurgehilfe, 1868 k. k. Münzgraveur, 1881 Leiter und 1896 Direktor der Graveurakademie. 1882 ernannte ihn der Kaiser zum Kammermedailleur. Er starb 1903 in Brunn am Gebirge.
Scharff schuf eine große Zahl von Bildnis- und Gedenkmedaillen. Ab 1879 arbeitete er für München, mit Bildnissen König Ludwigs II. und des Prinzregenten Luitpold. 1887 prägte er im Auftrag der Stadt London eine Medaille zum 50-jährigen Regierungsjubiläum Königin Victorias. 1890 entstand die Festmedaille für das Sängerbundesfest in Wien, 1892 Münzen der neuen Kronenwährung, 1893 die goldene Brahms-Medaille zum 60. Geburtstag.
Scharffs Medaillen tragen seine Signatur im Feld oder am Abschnitt und sind über Medaillenkataloge der Zeit zu bestimmen. Prägungen in Silber und Bronze sind häufiger als Gold. Der Zustand der Oberfläche, Randfehler und Reinigungsspuren beeinflussen die Bewertung; gereinigte Medaillen verlieren deutlich. Für die Kronenmünzen gelten numismatische Kriterien wie Jahrgang, Auflage und Erhaltung.
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