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Künstler: Medaillenkunst

Joseph Daniel Böhm

Medailleur, Bildhauer, Sammler, 1794–1865, Wallendorf (Zips) – Wien

Hofmedailleur ab 1831 und Direktor der Münzgraveur-Akademie; Bildnismedaillen des Biedermeier und Lehrer Anton Scharffs.

Joseph Daniel Böhm stammte aus Wallendorf in der Zips und übte sich früh im Zeichnen, Modellieren und Schneiden in Holz, Stein, Marmor und Edelstein. 1821 reiste er nach Florenz und Rom. Ab 1825 widmete er sich ganz der Medailleurkunst und wurde 1831 kaiserlicher Hofmedailleur. Er leitete die k. k. Münzgraveur-Akademie in Wien, sein Nachfolger war sein Schüler Franz Gaul. Böhm starb 1865 in Wien; sein Sohn Joseph Edgar Boehm wurde Bildhauer in London.

Böhm schuf Bildnismedaillen von Schauspielern, Sängern und Künstlern, etwa des Hofschauspielers Koch, der Sängerin Catalani, des Bassisten Lablache und des Malers David, sowie Denkmünzen auf die Einweihung der Kathedrale von Erlau, auf Fürst Paul Esterházy, Erzherzog Karl Ludwig, Graf Colloredo-Mansfeld und Nikolaus Joseph von Jacquin. Als Bildhauer arbeitete er an Büsten und kleinen Figuren. Er besaß eine reiche Kunstsammlung; zu seinen Schülern gehörten Anton Scharff und Viktor Tilgner.

Böhm-Medaillen tragen die Signatur des Medailleurs meist am Abschnitt oder Halsabschnitt des Bildnisses. Prägungen in Gold, Silber und Bronze kommen vor; Edelmetall ist über Gewicht und Feingehalt zu prüfen. Spätere Nachprägungen von Originalstempeln sind von zeitgenössischen Prägungen zu trennen. Gussmedaillen und Wachsmodelle sind selten und meist in Museen, etwa im Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums.

Epochen & Stile

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