Künstler: Medaillenkunst
Heinrich Kautsch
Medailleur, Bildhauer, 1859–1943, Prag – Wien
Prager Medailleur, ab 1889 in Paris tätig; Plaketten im Flachrelief des Jugendstils und Jurymitglied der Weltausstellung 1900.
Heinrich Kautsch lernte an der Prager Goldschmiedeschule und studierte in Wien an der Kunstgewerbeschule bei Stefan Schwartz und Otto König. 1882 erhielt er einen Lehrstuhl an der Kunstgewerbeschule Prag, 1887 wurde er Konservator des Gewerbemuseums Budweis. 1889 zog er nach Paris und arbeitete bei Jean-Antoine Injalbert und Louis Auguste Roubaud. Auf der Weltausstellung 1900 war er Delegierter der Abteilung Bosnien-Herzegowina und Vizepräsident der internationalen Jury. Er starb 1943 in Wien.
In Paris lernte Kautsch das flache Relief der französischen Plakette, das er in Bildnis- und Allegorieplaketten des Jugendstils anwandte. Er schuf eine Plakette für Heinrich Moser (1900), die das Musée d’Orsay besitzt, Grabdenkmäler in Amsterdam, Prag, Meran und Salzburg, das Kaiser-Franz-Joseph-Denkmal in Pulkau (1898) und im Ersten Weltkrieg die Plakette „Austria et Fortitudo“ sowie eine Kaiserplakette. Für das Heldentor in Wien entwarf er Kränze.
Kautschs Plaketten sind meist im Feld signiert und wurden in Bronze, Silber, Kupfer und anderen Metallen gegossen oder geprägt. Pariser Ausgaben tragen teils Verlegerangaben. Die Kriegsplaketten 1914–1918 erschienen in großer Zahl und sind häufiger als frühe Pariser Arbeiten. Patina und Oberfläche sind empfindlich; ungereinigte Stücke sind vorzuziehen, da die Patina zum Werk gehört.
Epochen & Stile
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