Künstler: Medaillenkunst
Michael Blümelhuber
Stahlschneider, 1865–1936, Unterhimmel-Christkindl – Steyr
Steyrer Stahlschneider, der den Stahlschnitt zur Kunstform machte; Meisteratelier ab 1910, Reliquienkreuz für St. Stephan (1927).
Michael Blümelhuber wurde 1865 in Unterhimmel-Christkindl bei Steyr geboren, der alten Stadt der Eisen- und Waffenerzeugung. Er brachte den Stahlschnitt, der bis dahin vor allem Werkzeugen, Waffen und Gebrauchsgegenständen diente, auf künstlerische Höhe und entwickelte den durchbrochenen Ajourschnitt. Auf der Pariser Weltausstellung 1900 fanden seine Arbeiten internationale Beachtung. 1910 gründete er in Steyr ein Meisteratelier. Er starb 1936 in Steyr und liegt am Taborfriedhof begraben.
Blümelhuber arbeitete mit Meißeln, Ziselierhammer, Handgravierstichel und Punzen direkt im gehärteten Stahl. Zu seinen Werken gehören das Kalksburger Kreuz (1911), die Unika-Plakette „Evangelium“ (1921), die den Staatspreis erhielt, die Stahlplastik „Deutsche Zukunft – Menschheitszukunft“ (1922), der Schlüssel für den neuen Linzer Dom (1924), das Reliquienkreuz für St. Stephan (1927) und die Stahlplastik „Arche Noah“ (um 1930). In seiner Villa in Steyr wurde später die Fachschule für Stahlschnitt und Gravur untergebracht.
Stahlschnittarbeiten aus seinem Atelier sind Einzelstücke oder sehr kleine Serien; Schüler arbeiteten in derselben Technik weiter, was die Zuordnung schwierig macht. Rost ist die größte Gefahr für geschnittenen Stahl; trockene Lagerung und schonende Konservierung sind nötig. Kirchliche Arbeiten werden auf ihre Herkunft geprüft. Plaketten und Medaillen aus Stahl sind von gegossenen oder geprägten Arbeiten anderer Metalle leicht zu unterscheiden.
Epochen & Stile
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