Alpenländischer Stil im 8. Bezirk, 1080 Wien
Alpenländische Möbel und das Volkskundemuseum in der Josefstadt
Im Palais Schönborn in der Laudongasse zeigt das Volkskundemuseum Möbel und Hausrat aus dem Alpenraum – die wichtigste Wiener Vergleichssammlung für bemalte Truhen und Kästen.
Johann Lukas von Hildebrandt baute das Palais Schönborn in der Laudongasse 1706–1711; heute beherbergt es das Österreichische Museum für Volkskunde. Dort stehen bemalte Kästen, Truhen, Stubengerät und Schnitzwerk aus Tirol, Salzburg, dem Ennstal und der Steiermark. Für den Handel mit Bauernmöbeln und Krippen ist die Sammlung die maßgebliche Wiener Referenz. Rund um Schönbornpark, Lange Gasse und Piaristenviertel hat sich deshalb eine Sammeltradition für Volkskunst gehalten, die bis zu Hinterglasbildern und Weihnachtskrippen reicht.
Gesucht sind bemalte Bauernkästen und Ennstaler Truhen, Zirbenmöbel, Lusterweibchen, geschnitzte Heiligenfiguren aus dem Grödnertal oder Zillertal, Hinterglasbilder und Krippen. Stücke des 18. und frühen 19. Jahrhunderts zeigen Nadelholzkorpus, handgeschmiedete Beschläge, Holznägel und eine Fassung, die mit dem Holz gealtert ist; aufgemalte Jahreszahlen und Initialen auf Kastentüren sind häufig. Da der Stil ab 1870 zur städtischen Mode für Jagd- und Landhäuser wurde, gibt es viel spätere Ware. Maschinell gesägte Bretter, Drahtstifte und gleichförmiger Dekor verraten sie.
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