Balthasar Ferdinand Moll im 1. Bezirk, 1010 Wien
Balthasar Ferdinand Moll: Kapuzinergruft und Burggarten
Molls Doppelsarkophag für Maria Theresia und Franz Stephan in der Kapuzinergruft und sein Reiterstandbild im Burggarten zeigen das Rokoko der Hofbildhauer.
In der Kapuzinergruft am Neuen Markt arbeitete Balthasar Ferdinand Moll über Jahrzehnte für die kaiserliche Familie. Sein Hauptwerk dort ist der Doppelsarkophag für Maria Theresia und Franz Stephan von 1753/54, entstanden mehr als zwei Jahrzehnte vor dem Tod der Kaiserin: das Paar auf dem Deckel einander zugewandt, darüber ein Engel. Im Burggarten der Hofburg steht Molls Reiterstandbild Franz Stephans von 1781. Moll, Sohn eines Innsbrucker Holzschnitzers, hatte an der Akademie bei Matthäus Donner gelernt und dort 1751–1765 unterrichtet.
Molls Material, eine Legierung aus Zinn und Blei, ist ein Erkennungszeichen spätbarocker Wiener Plastik: Modelle, Bozzetti, Reliefs und Gedenkplaketten tauchen vereinzelt auf. Zuschreibungen an Moll verlangen den Vergleich mit gesicherten Werken und eine dokumentierte Herkunft; Kirchen- und Klosterbesitz klären wir vorab. Häufiger sind Stiche und Lithografien der Kapuzinergruft, Medaillen auf Maria Theresia und Franz Stephan sowie Andenken der Gedenkjahre.
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