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Künstler: Bildhauerei der Moderne

Josef Müllner

Bildhauer, Akademieprofessor, 1879–1968, Baden bei Wien – Wien

Akademieprofessor ab 1910 und Leiter der Meisterschule für Bildhauerei; Lueger-Denkmal und Siegfriedskopf, beide wegen seiner NS-Nähe umstritten.

Josef Müllner besuchte 1893–1895 die Staatsgewerbeschule in Wien und studierte ab 1896 an der Akademie bei Edmund Hellmer, im letzten Jahr bei Caspar von Zumbusch; nach einem Rom-Aufenthalt kehrte er 1904 zurück. 1910 wurde er Professor, 1922 Leiter der Meisterschule für Bildhauerei, 1926–1928 Rektor. Zu seinen Schülern zählten Gustinus Ambrosi und Bruno Zach. 1940 trat er der NSDAP bei, 1944 stand er auf der „Gottbegnadeten-Liste“; 2023 erkannte ihm die Akademie die Ehrenmitgliedschaft ab. Er starb 1968 in Wien.

Müllner schuf den Schubertbrunnen an Schuberts Geburtshaus (1910), die Bronzegruppe „Scherzo“ im Modenapark (1913), das Lueger-Denkmal am Dr.-Karl-Lueger-Platz (1913–1916, aufgestellt 1926), den „Wehrmann in Eisen“ (1915), den Siegfriedskopf im Arkadenhof der Universität (1922/23), die Siegerstatue vor dem Theseustempel (1923), das Hansi-Niese-Denkmal vor dem Volkstheater (1938) und eine Mozartbüste für das Mozarthaus in der Domgasse (1942); 1951 folgte eine Herme für Julius Wagner-Jauregg an der Universität.

Kleinbronzen und Büsten Müllners tragen meist eine Signatur und teils Gießerstempel. Der „Wehrmann in Eisen“ war eine Nagelfigur zur Kriegsfinanzierung; zugehörige Erinnerungsstücke werden als Militaria gehandelt. Stücke mit NS-Propagandacharakter sind vom Ankauf ausgeschlossen. Bei Reduktionen bekannter Denkmäler ist die Gusszeit zu klären. Signierte Medaillen und Plaketten sind über Medaillenkataloge zu bestimmen.

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