Biedermeierschmuck
Leichter Goldschmuck aus der Zeit zwischen 1815 und 1848, mit Filigran, Halbperlen und Farbsteinen.
Nach den Napoleonischen Kriegen war Gold knapp, und die Wiener Goldschmiede antworteten mit Techniken, die aus wenig Metall viel Wirkung erzielten. Bei der Cannetille-Technik formen feine, spiralig gewundene Golddrähte Rosetten und Rankenwerk, beim Repoussé wird dünnes Goldblech von hinten getrieben. Dazu kommen Halbperlen, Türkise, Granate, Chrysoprase, Topase und Amethyste. Typische Formen sind Broschen, Ohrgehänge, Kreuze, Gliederarmbänder mit großer Schließe und Medaillons mit Glasfenster für eine Haarlocke oder ein gemaltes Miniaturbildnis.
Biedermeierschmuck ist leicht und empfindlich; eingedrückte Treibarbeit, fehlende Halbperlen und gelöste Drahtspiralen sind häufig. Für die Bewertung zählt, wie vollständig die ursprüngliche Arbeit erhalten ist und welche Steine verwendet wurden. Originale Etuis aus Leder oder Karton mit Seidenfutter sind selten und gesucht. Nach Gewicht sind diese Stücke wenig wert, als Zeugnisse der Wiener Goldschmiedekunst des Vormärz finden sie aber Sammler, die auf Vollständigkeit und unberührten Zustand achten.
Woran man es erkennt
- Cannetille aus gewundenem Golddraht
- Getriebenes Repoussé-Blech
- Halbperlen, Türkis, Chrysopras, Topas
- Medaillons mit Haarlocke
- Gliederarmbänder mit Schließe
- Originaletuis mit Seidenfutter
Hersteller
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