Manufaktur: Spielzeug & Modellbahn
Schildkröt
Mannheim-Neckarau, seit 1873, Puppen ab 1896
Mannheimer Celluloidfabrik mit der Schildkröte als Marke, seit 1896 Hersteller von Puppen aus Celluloid und später aus anderen Kunststoffen.
Die Rheinische Gummi- und Celluloid-Fabrik wurde 1873 in Mannheim-Neckarau gegründet und verarbeitete ab den 1880er-Jahren Celluloid, einen der ersten Kunststoffe. 1889 ließ sie die Schildkröte als Warenzeichen eintragen; ab 1896 stellte sie Puppen aus Celluloid her, die leicht, waschbar und bruchfester als Porzellan waren. In den 1950er-Jahren stellte das Werk auf andere Kunststoffe wie Tortulon um. Die Marke Schildkröt besteht bis heute, die Puppenfertigung wird in Thüringen fortgeführt.
Gesucht sind Celluloidpuppen der 1920er- bis 1950er-Jahre wie „Inge“, „Christel“ und „Hans“, Badepuppen, Puppen mit Schlafaugen, Puppengeschirr aus Celluloid, Rasseln und Bälle mit Schildkrötmarke sowie kleine Puppen für Puppenstuben. Puppen in Trachtenkleidung waren als Andenken verbreitet und tauchen in großer Zahl auf. Unbespielte Puppen in Originalkleidung mit Anhänger oder Karton sind gefragter als abgenutzte Exemplare mit ersetzter Kleidung. Puppenmöbel und Spielzeugtiere aus Celluloid ergänzen das Sammelgebiet.
Schildkröt-Puppen tragen im Nacken oder auf dem Rücken die eingeprägte Schildkröte, oft in einer Raute, mit Größenangabe und Modellnummer. Celluloid ist empfindlich: Druckstellen, Risse und Verfärbungen durch Licht und Wärme mindern den Wert und lassen sich kaum beheben; das Material ist zudem leicht entflammbar und muss kühl gelagert werden. Bemalung, Augen und Gelenke prüfen wir auf Originalität. Spätere Puppen aus Tortulon und anderen Kunststoffen wirken leichter und matter.
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