Heimito von Doderer im 9. Bezirk, 1090 Wien
Doderers Strudlhofstiege: der Alsergrund als Romanschauplatz
1951 machte Heimito von Doderer die Strudlhofstiege, Johann Theodor Jaegers Jugendstilanlage von 1910, zum Titel seines Romans.
Die Strudlhofstiege, 1910 von Johann Theodor Jaeger als Jugendstilanlage mit Rampen, Brunnen und Laternen gebaut, überwindet den Höhenunterschied zwischen der Liechtensteinstraße und der Strudlhofgasse. 1951 gab Heimito von Doderer ihr den Titel seines Romans „Die Strudlhofstiege“, der im Wien vor und nach dem Ersten Weltkrieg spielt. Ringsum liegen Universitätsviertel, Klinikbauten und die großbürgerlichen Wohnungen an Porzellangasse und Berggasse, in denen Ärzte, Beamte und Gelehrte lebten.
Der Alsergrund ist ein Bezirk der Bibliotheken: Ärzte- und Professorenhaushalte hinterlassen Fachliteratur, Erstausgaben und Korrespondenz. Doderer-Erstausgaben, signierte Bände und Ansichtskarten der Strudlhofstiege um 1910 gehören zu den gefragten Stücken dieses Umfelds. Fotografische Ansichtskarten erkennt man am Silbergelatinepapier, Lichtdruckkarten am feinen Runzelkorn unter der Lupe. Hat ein Bestand vor 1938 einer jüdischen Familie gehört, klären wir zuerst seine Herkunft.
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