Künstler: Glas
Samuel Mohn
Glasmaler, 1762–1815, Weißenfels – Dresden
Glasmaler in Weißenfels und Dresden, dessen Werkstatt zylindrische Becher mit transparent gemalten Landschaften und Stadtansichten herstellte.
Samuel Mohn wurde 1762 in Weißenfels geboren und arbeitete zuletzt in Dresden, wo er 1815 starb. Um 1800 entwickelte er eine Malweise mit transparenten Schmelzfarben auf Glas, die die Farben nach dem Brand durchscheinend erhält. In seiner Werkstatt lernte 1807/08 sein Sohn Gottlob Samuel Mohn, der 1811 nach Wien ging und die Technik dort bekannt machte. Weißenfels und Dresden lagen damals in Sachsen.
Typisch für die Werkstatt sind zylindrische Becher mit Landschaften, Stadtansichten von Dresden und Umgebung, Allegorien, Freundschaftsinschriften und Silhouettenbildnissen. Die Malerei liegt als dünne, leuchtende Schicht auf dem Glas und wirkt im Gegenlicht wie ein kleines Fenster. Über den Sohn und Anton Kothgasser wurde diese Technik zur Grundlage der Wiener Glasmalerei des Biedermeier. Viele Becher wurden als Andenken an Reisen und Kuraufenthalte gekauft.
Becher aus der Werkstatt Samuel Mohns sind häufig signiert, teils mit Ort und Jahr; Dresdner Motive weisen auf den Vater, Wiener Ansichten auf den Sohn. Weil Vater und Sohn bis 1811 gemeinsam arbeiteten, ist die eigenhändige Ausführung früher Stücke nicht immer sicher. Wie bei allen Biedermeier-Transparentgläsern gibt es spätere Kopien; Glasmasse, Schliff des Bodens und Farbbrand sind zu prüfen.
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