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Künstler: Glas

Friedrich Egermann

Glasmaler, Glasveredler, Unternehmer, 1777–1864, Schluckenau – Haida

Glasveredler in Haida (Nordböhmen); Gelbbeize ab 1816, Lithyalin (Privileg 1829) und Rotbeize ab 1832 – das Rot heißt bis heute „Egermann“.

Friedrich Egermann erlernte bei seinem Onkel Anton Kittel in Falkenau das Glasmacher- und Glasmalerhandwerk, wanderte nach Gera und Meißen, wo er Porzellanmalerei kennenlernte, und nahm Zeichenunterricht im Piaristenkollegium in Haida. 1806 heiratete er die Tochter eines Glashändlers aus Blottendorf. Um 1820 errichtete er in Haida eine Glasraffinerie mit rund 200 Mitarbeitern. Er starb am 1. Jänner 1864 in Haida; sein Sohn Anton führte die Firma bis 1888.

Egermann entwickelte in zahlreichen Versuchen Beizen, die Glasoberflächen färben: ab 1816 eine gelbe Silberbeize, ab 1832 eine rote Kupferbeize. 1829 erhielt er ein Privileg auf das Lithyalin, ein marmoriertes, steinartiges Glas mit Beizen in Rot, Braun, Grün und Violett. Mit gebeizten Gläsern, in die Ornamente und Szenen eingeschliffen wurden, prägte er das böhmische Biedermeierglas, das in Wien in großen Mengen verkauft wurde.

Echte Lithyalingläser haben eine opake, geäderte Masse und eine polierte, oft facettierte Oberfläche; Nachahmungen späterer Zeit wirken gleichförmiger. Die rote Beize liegt als dünne Schicht auf farblosem Glas, durch Schliff tritt das helle Glas hervor. „Egermann“ bezeichnet bis heute dieses Rotbeizverfahren, und Werkstätten in Nový Bor arbeiten so weiter; neue Stücke sind an Glasmasse, Schliff und Neuzustand zu erkennen.

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